Instagram LinkedIn

10 Jahre dieses Liebeslied für die eine

19.10.2017

Beim Slam 2007 in Berlin stand im Finale die Poetin Pauline Füg auf der Bühne und trug ihr Stück „Zauberspruch für Verwundete“ auf. Das war einer dieser punktsymetrischen Augenblicke meines Lebens. Nur wusste ich das da noch nicht.

Nie zuvor und nie danach hat mich ein Auftritt so berührt wie dieser. (Das Video ist ein anderer Auftritt aus 2014). Und kein anderer Slam-Text hat mich mehr inspiriert als der „Zauberspruch“.

10 Jahre danach kann ich das mit Sicherheit so schreiben.

Von meinen Verwundungen und dem Heilwerden

Wie das mit der Inspiration so ist, wenn sie sehr intensiv und gut ist, floss in den Wochen drauf ein Text aus meinen Fingern über meine Tastatur in irgendein Textprogramm, wie ich noch keinen geschrieben hatte. Mein „Liebeslied“, meine „Liebeserklärung an drei Frauen. Aber dann doch nur für die eine. Damit die eine weiß, weshalb sie die eine ist.“

Ich weiß nicht mehr, wie er konkret entstanden ist. In den vielen Morgenstunden, alleine in der Küche, in einem kreativen Flow wie er sein muss, war er einfach so da. Zeile für Zeile. Ich kann das nicht erklären. Ihr wisst schon.

Die Premiere hatte er in einem VHS-Workshop, den ich damals zusammen mit Marc-Oliver Schuster hier in Bielefeld hielt. Ich stand in einem kleinen Raum, auf einem üseligen Tisch inmitten von Fremden. So wie Slam sein sollte. Und las diesen Text zum ersten Mal laut. Es sind diese Momente, in denen etwas in dir zuckt und entzückt und du weißt, dass du nicht nur vielleicht, sondern ganz sicher etwas Großartiges erschaffen hast. Für dich. Wenn du da etwas hast, das dir genügt und du weißt, dass das genügt. Dieses Gefühl.

Dann: Sarah Kuttner in Hannover

Einige Monate später, im Februar 2008, hatten mich dann Jan-Egge Seddelies und Henning Chadde, die Macher des „Macht Worte!“-Slams Hannover, zu einem Special in die Faust geladen. Zur Aufzeichnung der TV-Sendung „Slam-Tour mit Kuttner“. Natürlich hätte ich dort irgendeinen meiner damals etablierten Slam-Texte vortragen können. Aber ich entschied, etwas Neues zu wagen.

Nicht nur, das „Liebeslied“ zum ersten Mal vor einem tatsächlichen Publikum vorzutragen. Sondern auswendig. Eigentlich war und bin ich einer dieser Autoren, die ablesen. Aber dies war ein Text, der musste auswendig raus.

So machte ich eine Aufnahme und ließ die immer wieder hoch und runter laufen. Einfach so. Aus dem iPhone. Oder viele male von CD, auf meinem damaligen Arbeitsweg nach und von Paderborn. Stoppte die, rezitierte meine eigenen Worte, verhaspelte mich und lernte. Lernte, so lange und so oft, bis jede Zeile saß.

Und dann fuhr ich nach Hannover.

Dort geschah dieses hier:

Was man auf dem Video nicht sieht ist, dass ich nach diesen Minuten völlig leergepumpt war. Ich verließ fluchtartig die Bühne, rannte zur Theke und kippte direkt zwei Tequila herunter. Hätte mich in dem Moment jemand angesprochen, ich hätte ihn oder sie ins Gesicht geschlagen. So alle und kaputt war ich. Dies war mein Moment. In mir implodierte alles.

Hatte ich schon von punktsymetrischen Augenglicken erzählt, von denen aus betrachtet es nur ein davor und ein danach gibt und kein „Wir schauen mal.“?

Dies war so einer. Dies war nicht nur mein vorläufiger, sondern mein absoluter emotionaler Höhepunkt meiner gesamten aktiven Slam-Zeit. Nein, ich habe den Slam an diesem Abend nicht gewonnen. Keine Trophäe mit nach Hause genommen. Nicht einmal den üblichen billigen Fusel. Nur die unbändige Gewissheit, dass dies der Text war, der all die Jahre in mir war und nun draußen herumtobte.

Endlich.

Danke dafür, Steffi.

Punkt.

*) Das sind ein Affiliate-Links. Ich bekomme ein wenig vom Kaufpreis von Amazon. Mein Buch aber lieber bei Lektora bestellen.

More Blogposts:

Dieses kreative Paradoxon: Wenn man vor lauter Ideen nicht weiter weiß.

Kreative Menschen haben nie „keine Idee“ sondern meistens viel zu viele davon. Das kann lähmen. Was man dann tun kann in diesem Blog-Post.

Neu: Coaching für Deine, diese eine Idee

Ich habe lange überlegt, wie ich es nenne, diese neue Angebot. Ist das ein Sparing, ein Mentoring oder ein Coaching? Letztlich habe ich mich dann einfach für Coaching entschieden. Warum? Lies gerne weiter …

Here we go! … AGAIN! Meine neue Website! 🚀

Auch auf meiner neuen Website möchte ich Dir weiterhin die komplette Bandbreite meines Lebens als Kreativer und Unternehmer mit dem Lebensmittelpunkt Bielefeld näher bringen.

Mit Mikrourlauben den Gott der Kackscheiße besiegen

Ich habe die Pause neu erfunden. Ich nenne es Mikrourlaub. Was das ist und wie es Dir helfen kann erfährst Du in diesem Blogpost.

Wozu? Why? Mein „starkes Warum“.

Heute morgen war es ruhig in der Küche und ich hatte endlich Zeit, mich mit einer Frage zu beschäftigen, die mich seit einiger Zeit (mal wieder) umtreibt: Wozu? Why? Was ist das „starke Warum?“ in meinem Sein als Kreativunternehmer?

Großväterland Redux

Nebenbei und immer mal wieder arbeite ich an einer neuen Fassung unseres Comic-Projektes „Großväterland“. Hier die ersten Seiten der Storyline „Paul“.

Das Leben als Kreativunternehmer – zu Gast bei Vitali Brikmann

Ich durfte Gast sein im Podcast des Bielefelder Kreativen und Fotografen Vitali Brikmann. Wir reden über das Leben als Kreativunternehmer, die besten Frauen der Welt und wie man nicht zeichnen lernt.

ONE. Picture Stories – Die Vernissage am 02.02.20

ONE. – das sind eure Geschichten. Diese eine Songzeile, die dir nicht mehr aus dem Kopf geht. Dieses Lieblingsgedicht, das du mal geschrieben hast. Für die eine da. Den anderen. Dein Taufspruch.

Zaubersprüche

„Was hat es mit dem Zauberspruch auf sich?“ fragte jemand auf Instagram. Und weil Instagram manchmal zu klein für Antworten ist, hier eine in etwas länger.

Tausche deinen Tellerrand gegen mein Buch

Auf Instagram hatte ich es bereits angekündigt: Ich habe eine tolle Idee, wie ich die letzten wenigen gedruckten Exemplare meines Buchs „Du gehst da raus und alles wird zu Gold.“ loswerden möchte.

Warum ich nach über 500 Tagen Meditation einfach aufhörte. Von Meditationskrisen und Maultieren.

Nach über 500 Tagen in Folge habe ich im Sommer 2019 aufgehört zu meditieren. Warum und was das mit Plateaus, Maultieren und Charlotte Roche zu tun hat, erzähle ich in diesem Blog-Beitrag.

Make it count.