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Was ist das!? Ein:e Kreativunternehmer:in?

04.06.2022

Triffst Du Menschen, wollen die meist direkt wissen was Du so „machst“. Damit meinen sie, welchen Beruf man ausübt. Womit man 9 to 5 die Tage verbringt. Ich wusste auf diese Frage nie eine richtige Antwort. Machte ich doch so vieles verschiedenes, das nicht richtig zusammen passen wollte: Von Bühnenauftritten als Poetry Slammer (a.D.) über Illustration bis hin zu „kaltem“ Programmieren war alles dabei.

Und alles das brachte – mal mehr, mal weniger - Geld ein. War also in Summe mein „Beruf“. Hatte aber eben keinen Namen, wie zum Beispiel „Baggerfahrer“. Dann entdeckte ich jedoch eines Tages die alles umschließende Klammer. Zwei Aspekte, die in allen Themen enthalten waren: Es waren die „Kreativität“ und „Wirtschaftlichkeit“. Und von diesem Tag an war mein Beruf ganz klar:

Ich bin Kreativunternehmer.

Lass mich ein wenig ausholen:

Kreativunternemer – Eine Definition

Ein:e Kreativunternehmer:in sieht seine und ihre Kreativität als zentralen Fixpunkt einer Unternehmung. Dies kreative Schaffen genügt sich dabei nicht für sich alleine, wie es das Klischee des Künstlers oder der Künstlerin tut. Ist dabei jedoch auch mehr, als nur Mittel zum Zweck, eine rein auf Wirtschaftlichkeit ausgelegte Tätigkeit, wie in anderen Berufen.

Dabei kann ein freischaffender Künstler sehr wohl Kreativunternehmer und die Geschäftsführerin einer Marketingagentur Kreativunternehmerin sein. Was den Künstler, der hier auch Kreativunternehmer ist, jedoch von seinen Kolleg:innen unterscheidet ist, dass er über den Leinwandrand sieht und sein Schaffen auch wirtschaftlich betrachtet. Die Inhaberin der Agentur hingegen achtet zwar im Schwerpunkt auf die Wirtschaftlichkeit ihres Büros. Ihr kreatives Schaffen als – zum Beispiel – Grafikerin ist jedoch ein weiterer Nordstern, der sie leitet. In Summe bleiben Kreativität und ein Ertragsziel die treibenden Kräfte hinter allem.

Das, was kreativ getan wird, muss nicht der Beruf sein. Ein Chemie-Lehrer kann sehr wohl in der übrigen Zeit seines Tages ein Fotograf sein. Die Ergotherapeutin in ihrer Freizeit Kinderkleidung nähen. Rein aus der Freude am Schaffen. Voll schön ist das. Punkt.

Um aber Kreativunternehmer:in zu sein muss das kreative Denken und Tun darauf ausgerichtet sein, eine so hohe Qualität zu haben, dass es jenseits des eigentlichen Prozesses, ein Ergebnis hervorbringt, das wiederum irgendeine Form von Ertrag bringt.

Ertrag ≠ Geld … aber doch.

Dabei muss dieser Ertrag nicht primär monetär sein. Er kann sowohl in Form von Reputation, Instagram-Herzchen als eben auch gerne einen satten Nebenverdienst über Bookings oder einen Shop erbracht werden. Dieses Ergebnis zu erzielen ist in jedem Fall, neben dem Ausleben der Kreativität, ein sekundäres Ziel, das dem Kreativunternehmer inne wohnt. Das finale Ziel bleibt Wirtschaftlichkeit im klassischen Sinn. Weil es eben der Beruf ist.

Dieser Blogpost ist ein gutes Beispiel. Ich schreibe ihn morgens am Küchentisch während eines ausgedehnten Frühstücks. Das reine Schreiben macht mir große Freude und könnte sich schon alleine genügen. Aber mein Wissen über gute Internet-Texte und Suchmaschinenoptimierung, Social Media und Marketing, treiben mich an, ihn so gut zu machen, dass viele Menschen ihn zu lesen bekommen. Menschen wie Du.

Die fünf Schwellen des Marketings

Der Text soll zuerst Aufmerksamkeit erzeugen (die erste Schwelle, die gutes Marketing nehmen muss). Ich will ihn so gut machen (Appeal, die zweite Schwelle), dass die Qualität Dich neugierig macht (Ask, die dritte Schwelle) auf alle Angebote die ich habe. Von der Agentur für Dein Unternehmen über mein Coaching für Deine Zukunft bis hin zur Kunst und Wandschmuck in meinem Online-Shop. Auf dass Du irgendwann (Schwelle 1 bis 3 muss man ggf. mehrfach nehmen) etwas erwirbst (Act, Schwelle Nummer 4). Und Dir das so gut gefällt, dass Du anderen davon erzählst. (Advocate, Schwelle 5 und die Königsdisziplin.)

Dieses Ertragsziel und der unbändige Wille, einen richtigen guten Job zu machen, ist das, was uns Kreativunternehmer:innen von jenen unterscheidet, die das „einfach so“ machen, um einen willkommenen Ausgleich zu dem Krach und Schmutz und Staub des Alltags zu finden. Was uns wiederum vereint ist, dass wir am eigentlichen kreativen Schaffen ebenfalls eine unbändige Freude haben. Ich kann nicht aufhören, das zu betonen. Das eine bedingt jeweils das andere.

Aber, wichtig:

Disclaimer: Nichts hier ist eine Wertung. Jedwede Form von kreativem Schaffen und Ausdrucks ist Gold wert. Gerade mir als jemand, der sein gesamtes Leben in vielerlei Form kreativ unterwegs war, ist bewusst, welche Power und Energie es hat, dem lauten Leben die Stille einer kreativen Session entgegenzusetzen. Lass dir das von nichts und niemanden nehmen. Selbst, wenn es dich viel mehr kostet als es einbringt. Am Ende wirst du mindestens persönlich gewinnen. Denn, auch das ist eine Lehre, die ich mehrfach schmerzhaft erfahren durfte: Der verbissene Wille zu dem Ertrag kann dir deine Kreativität auch ordentlich zerrömern. Don't let that happen.

So. Das war schon wieder alles.

Das war dieser Beitrag.

Danke für deine Zeit. Bleib kreativ.

Und schreibe mir gerne, was Du darüber denkst.

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