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Aus meinem Bücherregal

Matthew McConaughey
Greenlights

Manchmal stoßen einem Dinge im Leben förmlich zu. Das nennt man gemeinhin „Schicksal“. Die große Lebenskunst besteht dann darin, zu erkennen, welche Geschehnisse einen bei der Selbstwerdung aufhalten und welche einen weiterbringen. Und bei welchen man dann doch mal selbstwirksam werden muss. Um dann eben weiterzukommen.

Die Ampeln im Leben des Matthew

„Greenlights“ – grüne Ampeln – nennt Matthew McConaughey diese Momente oder Entscheidungen im Leben, die dich voranbringen. Und so heißt dann auch sein lesenswertes Memoir aus 2019, das ich hier kurz vorstellen möchte.

In Greenlights erzählt Matthew von seinen Greenlights, gelben Entscheidungen und roten Hindernissen. Es ist die Geschichte eines Mannes, den wir bislang nur als Schauspieler kennenlernen durften. Zuerst in Romcoms, später dann in Meisterwerken wie Interstellar, Wolf of Wallstreet oder Texas Buyers Club.

Man erfährt bald, dass hinter dieser Profession mehr steckt. Ja, man hat zuweilen das Gefühl es wäre für ihn „nur“ ein Beruf, mit dem er (dicke) Brötchen verdient. Ein Job und dass aber weit darüberhinaus vor allem eine fulminante Reise zu sich selbst steckt. Über seine Kindheit in Texas über Reisen an die entferntesten Flecken unserer Welt, seine Zeit im „Van-Life“ und die Gründung einer 5-köpfigen Familie. Das eine ist nur ein Mittel für den eigentlichen Zweck.

Ist Greenlights ein Buch für Dich?

„Greenlights“ ist damit kein Buch für jemanden, der Gossip, Tidbits und Anekdoten aus der Glamour-Welt von Hollywood erfahren möchte. Dieses Leben wird nebenbei abgehandelt und dient nur der zeitlichen Strukturierung. Oder dann erzählt, wenn es hilft, Einblicke gibt in die beeindruckende Werdung des Mannes Matthew McConaughey zu geben.

Beeindruckend ist letztlich der resiliente Charakter und unbändige Wille, das nächste „Greenlight“ zu erwischen, den Moment zu packen, an dem das Leben von Gelb auf Grün springt. McConaugheys Leben ist eine Masterclass in Selbstwirksamkeit.

Einzig mit dem etwas bitteren Beigeschmack einer bizarren Beziehung seiner Eltern zueinander (ZITAT) und einer gewalttätigen Vaterfigur sowie einer übergriffigen Mutter – bis ins späte Leben. Hier hätte ich mir eine stärkere Reflektion durch McConaughey gewünscht. Nicht aus moralischer Sicht – das steht mir nicht zu, seine Eltern-Beziehung zu bewerten. Mehr aus dem Aspekt heraus, dass es spannend wäre, darüber nachzudenken, wie dieser offensichtliche Missbrauch sein späteres Leben vor allem eben so definiert hat, dass er dort angekommen ist, wo er war. Zu sehen, inwiefern er dieses „Redlight“ in ein „Greenlight“ gewandelt hat.

Ich lese es vielleicht noch einmal

Unterm Strich bleibt Greenlights ein Buch, das ich sehr gerne und zügig gelesen habe. Dass es gut war, habe ich gemerkt, als ich abends ins Bett gehen wollte und mich freute, zu erfahren, wie es für Matthew weitergehen würde. Bis mir einfiel, dass ich schon fertig war. Aber zum Glück kann man es ja einfach noch einmal lesen.

Das möchte ich lesen

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