Unique Article Design – Damit Web-Design wieder Design ist
Der Trend wird immer lauter und ist nicht mehr zu überhören: Immer mehr Blogs, die von Web-Designern betrieben werden, bringen individuell gestaltete Beiträge – aka „Unique Article Design“ – mit.
Der Ansatz geht so: Nimm dein Blog und fahr’ die Grundgestaltung soweit runter wie eben nötig. „Minimalistic Design“ bis die Pixel glühen. Was dann übrig bleibt ist meist eine spartanisch elegante Navigationsleiste und ein Fuß, der alles aufnehmen muss, was vorher in Sidebar und Fuß getrennt war. Was dazwischen übrig bleibt ist ein leere Fläche, die Kollege Birkenhake liebevoll „die große Bühne“ nennt. Einer meiner spontan liebsten Ansätze stammt hier von „Bold Italic“ aus San Francisco, (Wow!) die tatsächliche „above the fold“ nur zwei unscheinbare Navigationselemente (die Buttons links und „Feedback“) zulassen und den Rest für den Artikel reservieren. Diese Fläche wird nicht nur dort nun auf zweierlei Weise genutzt:
- Klassich als Platz für einen Blogartikel in einem ebenso spartanischen Standard-Design, wenn das Thema über das dort referiert wird nicht mehr hergibt, nicht wichtig genug ist oder wenn es mal „eben so zwischendurch“ gebloggt wird
- Als „große Bühne“ für den noch „größeren Auftritt“, sprich: Eine Seite die in sich endlich wieder individuell gestaltet wird, so wie wir es getan haben bevor Typo3, WordPress und Co. nach sich wiederholenden Design-Strukturen und Content-Blöcken geschrieen haben und wir ihnen blind folgten. Das alles dreht sich nun zum Teil wieder zurück, jedoch unter der dennoch geltenden Prämisse an Semantik und sauberen Code. Und natürlich mit dem Anspruch, trotz der aufwändigeren Gestaltung den Gesamtaufwand ganz im Sinne des Bloggens niedrig zu halten.
Vorreiter im deutschsprachigen Raum ist sicherlich Christian Mücke mit Coldheat.
Heute hat der dann nachgelegt:
Christian Mücke startet „uniques“
Unter dem Label „uniques“ aggregiert Mücke nun Blog-Artikel verschiedenster Meister des Fachs. Darunter Klassiker wie Jason Santa Maria oder Trent Walton. Aber auch Individual-alte-Hasen-Neulinge wie Nico Brünjes, Benjamin Birkenhake oder Maurice Sand.
Ein spannendes Thema.
Endlich wird wieder designed.
Ich folge demnächst nach.
Beitrag vom
Einsortiert unter Illustration Design und Medien Technologie und Ohne Abstract und Design, Internet, Kultur, Netz

ben_
Öhm. Marcus. Coldheat ist das Blog von Christian Mücke und da läuft auch “Uniques”. Christian hat mit der ganzen Sache auch “angefangen”, was in diesem Zusammenhang heißt, dass er Nico, Fym und mich angefixt hat.
Nicos Blog hingegen heißt “Codecandies”.
ben_
P.S.: Ich freue mich sehr auf Deine Beiträg!
markus.freise
Ohgottohgott. Wie peinlich. Danke für den Hinweis. Scheinbar haben die Erkältungsviren, die seit Stunden meine Nase zuzementieren auch ihren Weg ins Hirn gefunden. Habe das natürlich pronto korrigiert.
markus.freise
@_ben: Habe zudem glaube ich einen Ansatz gefunden, dass mit dem auch von Dir häufig propagierten „Blätter“-Netz zu verbinden.
ben_
Uijuijuijuijui … da bin ich aber gespannt. Was mir erst, wo ich es bei Dir hier gelesen haben wieder einfiel: Es ist sehr lustig, dass das, was wir machen müssen um den Rahmen für individuelle Artikelgestaltung zu bekommen, genau das ist, was die Protagonisten der neuen Minimalismus im Blog-Design vor anderthalb Jahren gefordert und gemacht haben.
“* Nur noch eine Spalte
* Header und Footer auf das Allernötigste reduziert.
* Eliminierung und Reduktion aller administrativen Elemente”
markus.freise
“Nur noch eine Spalte” gilt aber nur für die Bühne und nach meiner Auffassung muss auch nur der Header reduziert werden, ohne dabei seine Funktion als Navigationselement zu verlieren. Der Fuß hingegen darf dann wieder etwas aufwändiger sein, da er die Elemente der bisherigen Sidebar und des Footers aufnehmen muss. Siehe „The Bold Italic“.
chrismue
Aufwendige Randspalten, Header und Footer sind meiner Meinung nach Überbleibsel einer längst vergangenen Blog-Epoche und notwendiges Übel für all jene, die auf Klicks angwiesen sind. Wer sowieso nicht auf seiner Seite wirbt und nur der Inhalte wegen schreibt, der kann denke ich 2009 auf Linkorgien in Spalten und Rändern verzichten.
Viel spannender finde ich die Frage, wie sehr man Kommentare von solchen Artikel separieren möchte, kann oder darf. Noch streite ich für die ganz klassische Kommentaranzeige, aber schon jetzt verzichten viele drauf, auch weil es so noch einfacher ist, Layout für einzelne Seiten zu planen. Die Seite “wächst” halt nicht durch zusätzliche Kommentare. Noch kein Thema eigentlich (weil bisherige Beispiele wenige Kommentare finden), aber überlegenswert für die Zukunft.
Markus Freise
Wenn Du über den einzelnen Beitrag schreibst: Sicher. Eine ordentliche Startseite aber ist natürlich zur Orientierung des Lesers wohl sinnvoll.
Das mit den Kommentaren finde ich auch ganz spannend, zumal die Kommentardichte in Zeiten von Twitter und Facebook sowieso nachlässt. Die Kommentare über Popins zu lösen, wie das „Bold & Italic“ oder Gregory Wood machen finde ich sinnvoll.
ben_
Also was Kommentare angeht: Das finde ich bei Gregory Wood unerträglich. Und nennt mich konservativ, aber imho gehören die unter den Artikel. Ich meine … soooo kompliziert ist ein Kommentar ja nun auch nicht, dass man die nicht noch eben mit-designen kann … oder schnall ich irgendwas nicht?
Markus Freise
Ich denke eher an eine Lösung die es mir erlaubt, die Kommentare bei bedarf einzublenden und dann parallel zum Text zu lesen. Vielleicht als Floater oder so.