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Kreative Blockaden my ass

01.05.2010

Das Blog ISO 50 hat ein paar sehr namhafte Kreative dazu befragt, wie sie mit kreativen Blockaden umgehen. Ich finde das ja total spannend, bei anderen über den Tellerrand auf deren Teller zu schauen und habe mir den Artikel mal durchgelesen.

Auch, wenn es natürlich so ist, dass jeder den zu ihm passenden Weg finden muss, mit diesem dramatischen Moment „Block“ umzugehen, in dem Inspiration gefordert ist, diese jedoch schlicht ausbleibt.

Der Großteil der Befragten empfiehlt das Naheliegende: In dem Moment, in dem man stecken bleibt, einfach etwas gänzlich anderes machen – vom Aufräumen des Schreibtisches (Ji Lee) bis hin zu dem Ratschlag, einfach mal die Stadt zu verlassen. (Jasper Goodall). Das klingt plausibel, ist aber auch irgendwie zu einfach.

Deshalb hier ein paar etwas andere Gedanken, die ich aus dem Artikel mitgenommen habe – frei übersetzt.

Nicolas Felton, Grafiker aus New York

„Meine andere Strategie besteht darin, den Teller so voll wie möglich zu lassen. Ich neige dazu, zu mehr „Ja“ zu sagen, als ich schaffen kann und die Angst zu Scheitern hält meine Arbeit dann in Gang.“

Im Prinzip macht Felton genau das um die Blockade zu lösen (oder gar nicht erst zuzulassen), von dem ich eigentlich meine, dass es erst zur Blockade führt: Überlastung. Außer, dass diese bei ihm Teil des Plans ist. So habe ich das noch nie so gesehen. Das werde ich mir mal auf mein kreatives Herz tätowieren und versuchen, in Zukunft zu beherzigen, wenn es mir über den Kopf wächst.

Audrey Kawasaki, Maler aus LA

“Doch seit einiger Zeit bin ich süchtig nach verschiedensten Podcasts […] Mich von den täglichen Ablenkungen abzukoppeln und mich auf eine gewisse Weise in zwei Hälften zu spalten ist vermutlich die beste Taktik, damit ich mich beim Malen fühle, als würde ich meditieren.“

Was Kawasaki wiederum macht, habe ich ausprobiert. Podcasts und Hörbücher hören funktioniert bei mir gar nicht. Interessanterweise kann ich aber ganz gut Filme oder Serien nebenher schauen. Und der iTunes-Store ist da ein nie versiegender Quell an Futter.

Khoi Vinh von der New York Times

“Der Schlüssel besteht darin, rasch zu skizzieren. Ohne sich in der Ausführung oder Technik zu verlieren. So bleibst du beim Inhalt, ohne in der Form steckenzubleiben.“

So naheliegend wie einleuchtend und „Daily practice”. Mein Mann.

Build, eine Agentur aus England

„[…] Mach den Abwasch und die Profanität fällt über dich her. Dein Geist klärt sich und neue Gedanken und Ideen treten hervor. – Genieße ein zweites Glas Wein und lass den Moment auf deiner Zunge zergehen.”

Hier fand ich mich persönlich am meisten wieder: Etwas aufwändiges kochen, das genießen und dann irgendwann – vermutlich beim Abwasch – tritt dir die Inspiration ins Gesicht. Das mag auf den ersten Blick klingen, wie das oben erwähnte profane „Loslassen“ bzw. „was anderes machen“. Doch Kochen in sich ist etwas kreatives anderes und damit hält es den Motor in Gang. Nur dass man metaphorisch ein paar Runden um den Block dreht.

Ji Lee, Creative Director der Google Labs

Lee bringt es dann letztlich auf den Punkt: Lass dich einfach nicht verrückt machen. Denn:

„Irgendwie haut es am Ende sowieso hin.“

Er hat so Recht.

(Alle Beiträge in voller Länge im Artikel „Overcoming creative block“ auf ISO 50.)

(Foto: Lia* / photocase.com)

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