Mittwoch kommt ein neues Gerät von Apple. Es wird kein Tablett-PC sein sondern ein Tablett. vom


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Mittwoch kommt ein neues Gerät von Apple. Es wird kein Tablett-PC sein sondern ein Tablett.

Es ist wohl mittlerweile mehr Tatsache als Vermutung oder gar Gerücht, dass Apple am kommenden Mittwoch, den 27.1.2010 – etwas vorstellen wird, dass seit Monaten, gar Jahren, als „das Tablett“ durch Magazine und Blogs geistert. Ähnlich groß war die Hysterie in der globalen Nerd-Community wohl nur als klar war, dass Apple ein iPod mit Telefon vorstellen würden. Das war 2007. Und es gab viele Vermutungen, wie es aussehen könnte, was es können würde. Würde es ein iPod mit Telefonfunktion sein? Oder ein Telefon mit Musikfunktion? Oder – völlig geil – so etwas wie ein Stift-PDA mit Telefon und iPod-Funktion? Naja. Was auch immer kolpotiert wurde: Nichts davon stellte sich am Ende als richtig heraus. Denn was Steve Jobs in San Francisco aus der Tasche holte war einfach … anders, als alles, was bis dahin auf dem Markt war.

Wie konnte es sein, das soviele „Experten“ daneben lagen? So konnte das sein: Die meisten der „Experten“ nahmen die einfache Formel „iPod+Telefon=iPodTelefon“. Dabei fehlte es ihnen vielleicht an Mut, zumindest an Fantasie alles was sie kannten ad Acta zu legen und noch einmal ganz von vorne zu denken. Sie dachten in den ihnen bekannten Kategorien.

So ähnlich, wie die Computer-Konzepte, die auf Six Revisions zu sehen sind. Das sind keine neuen Konzepte, dass sind einfach nur anders gestaltete Computer. Oder wie ein Agenturchef mal zu mir sagte: „Herr Freise, das Design dass Sie mir hier zeigen ist anders. Anders, nicht besser.”

Ich hatte damals gedacht, wie die „iPodTelefon“-Experten. Die dachten bei der Suche nach dem „One more thing“ von der Technik-Seite hin zur Funktion:

  • Ich habe hier ein Telefon mit Tasten und damit kann ich telefonieren.
  • Ich habe hier ein PDA, damit kann ich mein Leben organisieren und surfen.
  • Ich habe hier ein Gerät, mit dem kann ich total gut Musik hören.
  • Wenn ich also diese drei Dinger nehme und die drei Bedienkonzepte zusammenbringe – Tastatur, großer Bildschirm mit Sifttbedienung und iPod-Clickwheel – habe ich das „iPodTelefon“.

Was sie sich nicht trauten, war diese drei bewährten Bedienkonzepte auf den Schrotthaufen der Usability zu werfen und zu sagen: Ich will im Prinzip ein Gerät, mit dem man Telefonieren, Organisieren und Musik hören kann. In einer Welt, in der alle Infos, die ich brauche ständig online verfügbar sind. Egal, wo ich bin. Wie könnte so ein Gerät sinnvollerweise aussehen? Was muss es wirklich können? Wie müsste man es bedienen können? Auch, wenn man unterwegs ist und nur eine Hand frei hat?

Die Antwort ist „iPhone“. Und dass sie richtig war, nicht nur anders, sondern wirklich besser, sieht man schon daran, wie sehr alle seitdem versuchen, das Konzept zu kopieren. Selbst die, die jahrelang anderes verkauft haben.

Nun also kommt „das Tablett“ und wieder wird gemunkelt, wie es aussehen, was es können könnte. Auf der jüngst vergangenen CES in Vegas haben viele PC-Hersteller den vermeintliche Zeitvorsprung nutzen wollen und schnell noch ihre Hardware-Tablets vorgestellt und Microsoft hat gezeigt, wie man damit ganz toll Bilder und Videos angucken kann. Weil sie glauben, dass so ein Tablett das wäre, was die Leute haben wollen. Sie haben es wieder genau so falsch gemacht: Ich habe hier einen Computer mit einer Tastatur und hier ein iPhone ohne Tastatur und Gestensteuerung. Ein Tablet wäre also ein Computer ohne Tastatur. Über soviel Ignoranz kann ich nur den Kopf schütteln. Sämtliche Bedienkonzepte moderner Betriebssysteme sind auf die Nutzung mit Tastatur und Maus ausgelegt. Ein bisschen hinzugefügte Gestensteuerung und die Ersetzung der Maus durch eine Touchoberflöche macht daraus kein „besseres“ Gerät sondern nur ein „anderes“. So wie das, wass Steve Ballmer von Microsoft hier zeigt. Das ist einfach ein Touch-Screen mit Windows 7. Man schaue sich nur mal an, wie kleine die „Klickflächen“ sind und wie genau er mit seinen Wurst-Fingern zielen muss.

Das alles wird sich als falsch heraus stellen. Das Tablett wird nämlich genausowenig ein „Computer“ sein wie das iPhone ein „Telefon“ ist. Apple wird einmal mehr zeigen, dass sie den richtigen Weg gegangen sind: Den Weg von der Funktion hin zum Gerät. Sie werden darüber nachgedacht haben, wozu man so ein Gerät wirklich brauchen kann und wie man diesen Nutzen am besten in sinnvolle Funktion und Bedienung auf der vorhandenen Hardware – Tablette gibt es schließlich seit Jahren – umsetzt. Einmal mehr wird dieses Gerät nicht alles können, was man sich dafür wünscht. Nein. Das war noch nie bei Apple-Geräten so. Ganz oft fehlten Features, die man von den Geräten der Wettbewerber kannte. So konnte das iPhone lange kein Copy & Paste oder MMS. Apple hat nie versucht, möglichst viel Funktion in ein möglichst kleines Gerät zu packen und dafür am wenisten Geld zu nehmen. Ihre Geräte waren in den Möglichkeiten bewusst begrenzt. Sie waren teurer, als die der Anderen. Aber dafür konnten sie das, was sie konnten ganz besonders gut. Anfangs wurden sie dafür meist belächelt. Am Ende … lange her, dass ich jemanden mit einem Windows-Mobile PDA gesehen habe. Alle die ich kannte, die einen hatten, haben jetzt: ein iPhone. Nicht, weil es weniger kann, nicht weil es teurer ist. Einfach, weil es besser ist. Weil Apple-Geräte einfach, wie mir mal jemand sagte, dem ich ein Macbook „aufgeschwatzt“ hatte, „zuende gedachte Technik“ sind.

Und das ist der Grund, warum Apple auch mit dem Tablett einen Treffer landen wird.

Oder wie Arne Seemann in einem sehr lesenswerten Artikel schreibt, der sich zudem mit dem Thema „Content für das Tablett“ beschäftigt:

Denn die Leute werden zahlen, für ein Produkt, das inhaltlich in die Tiefe geht & gestalterisch gleichzeitig in neue Höhen. […] Willkommen im Jahre 2010, willkommen im Jahr des Tablet.

Arne Seemann, Auf dem Silbertablett serviert.

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