Die neue alte Gelassenheit üben

Gestern morgen habe ich mein Büro kurzerhand ins Café Berlin verlagert. Das geht als Freiberufler ganz gut, das macht Freude. Das war eigentlich sogar Teil des Plans der Freiberuflichkeit, einen Aufschwung des kreativen Geistes durch wechselnde Arbeitsumgebungen zu ermöglichen. Dort gearbeitet, Kaffee getrunken und zwischendurch gefrühstückt. Bei diesem eigentlichen Frühstück habe ich dann die nicht mehr ganz taufrische „11 Freunde“ mit dem Red Bull-Artikel in die Hand genommen und diesen gelesen. Letztlich.

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Soviel verpasste Geschichten, so viel gutes Leben.

„Letztlich“, weil der Artikel nun schon etwas älter ist, die „11 Freunde“ einige Wochen im Handel und vielleicht sogar nicht die aktuelle, sondern die vorherige. „Letztlich“ auch, weil ich diesen Artikel wirklich lesen wollte und es nun getan habe. Nur eben mit drei Wochen Verzögerung. Einer Verzögerung, die überhaupt nicht geschadet hat, weil der Artikel noch immer so taufrisch war wie „damals“ als er erschien.

Das hat mich nicht unbedingt erstaunt, aber doch kurz aufmerksam gemacht. Das man eben auch mal Dinge aufschieben kann. Dass es nicht immer gleich das neueste, aktuellste sein muss. Das Geschichten, die sich dir erzählen wollen, dir schon bei Zeiten über den Weg laufen. Und wenn nicht, ist das auch gut. Der Zeitungshalter im Café Berlin ist voll von verpassten Geschichten. Und doch ist alles immer noch genau so gut wie es gestern noch war.

Ich möchte das wieder häufiger tun können.

Dieses Abwarten von Dingen. Ab-warten. Also, Dinge und Impulse sich durch warten abnutzen und abarbeiten lassen ohne dass ich etwas tun muss.

Ich werde das wieder häufiger tun.

(Bestärkt hat mich ein Artikel von Benjamin Birkenhake, in dem er Wochen nach dem Hype das Julia Engelmann-Video verlinkt hat.  Denn in Bens Universum, in dem es keine(!) Social Networks gibt, obwohl er eine Internet-Agentur hat, war es genau zu dem Zeitpunkt genau so gut wie für uns anderen, die damals von der Welle überrollt wurden. Für Ben kam es keinen Moment später als für uns, nur eben zu einen anderen Zeitpunkt. Lest im Kommentar unten, was er dazu sagt.)

(Dies ist ein theoretischer Artikel als Gedankenanstoß. Ich habe mir natürlich trotzdem das neue Metal Gear Solid bestellt.)

(Ich habe keine Links in diesem Artikel gesetzt. Wenn irgendwas davon Euch treffen soll, dann wird es das. Einfach mal die Dinge abwarten.)

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  • Ich freue mich latürnich sehr, ein wenig inspirieren zu können, muss allerdings auch etwas korrigieren.

    Zum einen bin ich sehr wohl in sozialen Netzwerken unterwegs. Nur halt nicht bei den Großen, sondern nur bei „kleinen“, Nieschen-Portalen, die nicht minder sozial sind als Twitter und Facebook.

    Zum anderen hatte ich den Artikel mit dem Link zum Engelmann-Video latürnich seit dem ersten Tag des Hypes als Draft in meinem WordPress liegen. Als Rivva-Junkie gehen nur wenige Hypes und Shtistorms an mir vorbei. Ich wußte aber zwei Monate lang nicht, was ich dazu schreiben soll.

    Zu guter Letzt, gab es ja in meiner Leserschaft noch nette Menschen, die das Video tatsächlich noch nicht kannten. Das hat mich besonders gefreut, das nochmal durchreichen zu können. Und aus genau dem Grund lohnt sich das doch auch immer, scheinbar alte Geschichten doch zu erzählen. So kommt es auch dass ich mit den 72 Drafts in meinem WordPress gut zufrieden bin.

  • Ah. Kleiner Nachtrag noch: Spendier den Absätzen hier in den Kommentaren vielleicht noch etwas Abstand nach unten. Das wäre nett.

  • Ben, ich habe den Beitrag entsprechend angepasst und die Abstände auch. Super.

  • Hehe. Danke!