Keine Kinderbilder im öffentlichen Netz vom

Keine Kinderbilder im öffentlichen Netz

Mein Bruder Stefan Freise hat schon vor einiger Zeit die Initiative „Keine Kinderfotos im Social-Web“ gegründet. Dort geht es darum, Eltern zu sensibilisieren, keine Fotos ihrer Kinder im Social Web zu veröffentlichen. Die Begründung ist so simpel wie einleuchtend: Auch Kinder haben faktisch und per Gesetz ein Recht am eigenen Bild. Dies ist ein Recht, über dass sich nicht einmal die Eltern hinwegsetzen können. Leider weiß das niemand und noch schlimmer gibt es immer wieder Eltern, die ihre Kinder öffentlich im Netz bloßstellen. Ich verstehe das nicht. Stefan auch nicht, schreibt er doch auf Facebook richtig:

Die verdammten Blödeltern sollen sich einfach selbst heulend und schreiend ins Web stellen. Und nackt. Und dreckig. Und schlafend. Und immer. Ja, bitter ist das. Stefan Freise

Ich und mein Bruder Stefan in der Schwebebahn 1975.

Ich und mein Bruder Stefan in der Schwebebahn 1975.

Man stelle sich mal vor, man käme sein Kind in der Schule abolen und man würde beobachten wie es mit irgendeinem akrobatischen Unglück hinstürzt. Umgehend würde sich eine Traube Mitschüler und Mitschülerinnen versammeln und dieses Kind auslachen ob seiner Ungeschicktheit. Würde man sich danebenstellen und mitlachen oder die Bande mal ordentlich zusammenstauchen? Siehste. Warum stellt man im Gegensatz dazu aber Videos ähnlicher Dinge in ein Internet, dass die ganze Welt sehen kann, überall, jetzt und für immer? Diese Absurdität erschließt sich mir nicht.

Nun kam eben über Stefan der wunderschöne Artikel „Public Shaming: Wenn Eltern ihre Kinder im Web bloßstellen“ hereingetrudelt. Dieser ergänzt das Ganze nämlich um diese Gedanken, dass das was kurz mal eben Situationsbedingt lustig erscheinen mag, auf Dauer eben mehr ist als eine Scherz. Es verändert unsere Kinder und damit die Gesellschaft von morgen.

Dass es nicht in Ordnung ist, wenn der Mitschüler einen beim Klogang filmt und das Video auf YouTube teilt, ist ein Bewusstsein, das viele Jugendliche gar nicht erlangen können, weil es ihnen ja auch kaum jemand anders vormacht. Ein Gefühl der Ohnmacht macht sich schnell breit, wenn dann die eigenen Eltern mit ihrer YouTube-Historie nicht gerade wenig dazu beigesteuert haben. derstandard.at

Denkt mal drüber nach, bevor ihr wieder meint, Eure Kinder bloßstellen zu müssen.

(Im Prinzip gilt das natürlich auch für Deine erwachsenen Freunde, Familienmitglieder und so weiter …)

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