Urban Sketching lernen: Materialien vom

Urban Sketching lernen: Materialien

Sich einfach irgendwo hinsetzen und zeichnen, was einem gerade ins Auge fällt. Das ist „Urban Sketching“ und das macht nicht nur unglaublich viel Spaß, sondern ist auch unfassbar entspannend. Denn meist sind es Objekte oder Gebäude, die Urban Sketcher festhalten – nur selten konkrete Personen. Man muss sich wenig Sorgen darum machen, dass das „Model“ die Pose nicht halten kann. Man kann jedes Detail erfassen, in das Motiv abtauchen. Alles, was man sich nehmen muss, ist die Zeit, die man hat. Mal weniger, mal mehr, aber immer selbst bestimmt, um darauf seine Zeichnung abzustimmen. Was die eigentlichen Aspekte des Kreativprozesses angeht, kann man also gewissermaßen kompromislos sein.

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Ausrüstung um unterwegs zu Zeichnen

Mehr Gedanken sollte man sich aber um die Ausrüstung und die Materialien machen, die man als „Urban Sketcher“ nutzt. Schließlich ist man unterwegs und nicht zu Hause im Atelier, manchmal entstehen die Motive bei einem einfachen Spaziergang, beim Warten auf irgendjemanden oder irgendetwas, aus der Situation heraus. Man kann nicht jedes Mal alles mit sich herumschleppen, was man eventuell benötigt. Eine aufs wesentliche reduzierte Grundausstattung, die man jederzeit mit sich herumtragen kann, ist deshalb die Basis eines Urban Sketchers.

(Einige meiner Urban Sketches findest Du in der Galerie.)

Ich habe immer folgende Stifte, Papier und weiteres Material bei mir:

Ein paar Infos dazu:

Material eines Urban Sketchers

1. Skizzenbuch bzw. Papier eines Urban Sketchers

Ich bevorzuge ein relativ festes und glattes Zeichenpapier, dass sich in erster Linie für trockene Techniken wie Bleistift, aber auch Fineliner eignet. Dennoch sollte es saugfähig genug sein, um gegebenenfalls auch eine einfache Kolorierung mit Aquarell- oder anderen Nasstechniken zu ermöglichen. Auch, weil ich es natürlich nicht nur für Urban Sketching sondern für Skizzen im Allgemeinen nutze. Als Format hat sich DIN A4 etabliert. Das ist groß genug, um großzügig zu arbeiten und passt bequem in meinen Rucksack.

Auf einen Hersteller oder einen bestimmten Block oder konkretes Skizzenbuch lege ich mich aber nicht fest, sondern stöbere immer wieder in Zeichenbedarfsläden wie idee oder bösner oder in Kaufhäusern. Dazu probiere ich zu gerne herum und bin viel zu sehr Papier-Junkie. Wichtig ist aber in jedem Fall, dass man sich das Papier in „Real Life“ anschaut und dass der Block oder das Skizzenbuch einen festen Einband oder Rücken hat, so dass man unter Umständen auch einfach die Beine als Unterlage nutzen kann. Weiche Hefte, wie Moleskine Cahiers, eignen sich weniger. Es ist ja nicht immer ein Tisch da.

Aktuell nutze ich ein Hahnemühle D&S-Skizzenbuch in DIN A4.

2. Stifte zum urban Zeichnen

Hier passt der Plural nicht. In 9 von 10 Fällen nutze ich nämlich nur einen einzigen Stift. Seit über 20 Jahren nutze ich als Bleistift ausschließlich Produkte von Faber-Castell. Im Atelier natürlich Stifte aus der Faber Castell 9000er-Serie in den Härtegraden F, HB und 2B – dem Klassiker unter den Bleistiften schlechthin. Für unterwegs hat sich aber der Faber Castell DESSIN 2001 im Härtegrad HB als optimal erwiesen.

Faber Castell DESSIN 2001

Der Grund ist ganz einfach: Am hinteren Ende ist ein vorzügliches Radiergummi, so dass es in vielen Fällen genügt, ausschließlich Skizzenbuch und Stift herauszuholen und es kann losgehen. Meist ist aber noch ein anderes Faber Castell-Produkt dabei:

3. Anspitzer für unterwegs

Auch hier schwöre ich seit Jahren auf dasselbe Modell: Die Faber Castell-Doppelspitzdose „Sleeve“. Sie hat eine praktische und festverschließende Ausklappmechanik, so dass im eingeklappten Zustand der Rucksack sauber bleibt, weil sich der Anspitzer nicht „aus Versehen“ öffnet. Natürlich spitzt er alle Stifte gut an. Mehr muss ein Anspitzer nicht können.

4. Größeres Radiergummi

Für den Fall, dass Zeit ist, bemühe ich auch mal einen größeren Radierer, um die Spitze am Bleistift zu schonen. Hier nutze ich entweder den Klassiker unter Comic-Zeichnern, den Staedtler MARS-Radierer oder den hier abgebildeten Vinyl-Radierer (Radiergummi) von Faber Castell. Wichtig ist mir, dass der Abrieb nicht zu groß ist, um gegebenfalls in der Kneipe oder wo ich sonst unterwegs zeichne, nicht zuviel Dreck zu hinterlassen.

5. Pentel Waterbrush – der Pinsel für Unterwegs

Eine wunderbare Erfindung: Der „Waterbrush“. Ein Pinsel, den man mit Wasser füllt, und der dann benutzt wird, wie ein Pinselstift oder Füller. Ich habe einen Pentel Waterbrush. Zum Befüllen habe ich mir eine – hier nicht abgebildete – große Spritze aus der Apotheke besorgt. So kann ich im Zweifel sogar einfach Wasser aus der Mineralwasserflasche oder – wie ich das mal gelöst habe – aus dem Pool im Urlaub holen.

6. Wasser- bzw. Aquarellfarbe

Nachdem ich Paul Madonna entdeckt hatte, habe ich verstanden, welche Ausdruckskraft auch bei Zeichnungen im Schwarzweiß liegt. Zufällig entdeckte ich einige Tage später im Urlaub dieses rießengroße Stück Wasserfarbe, dass ich seitdem für Schattierungen und ähnliches in Kombination mit dem Waterbrush nutze. Natürlich tut es da aber auch jeder Aquarell-Napf oder Schulkasten-Wasserfarbe.

7. Wasserlösliche Kreiden und Stifte zum Kolorieren

Wenn die Zeit es zulässt, wie bei dem auf dem Foto abgebildeten Ladengeschäft aus Vimmerby, fange ich gelegentlich auch vor Ort an zu kolorieren. Da ich aber nicht meinen schweren Aquarellkasten mit mir herumschleppen möchte, habe ich mir die Neocolor II von Caran D’Ache besorgt. Das sind wasservermalbare Kreiden. Um die wie Aquarell zu nutzen, mal ich mir immer bei Bedarf einen dicken Klecks der jeweiligen Farbe auf ein separates Blatt oder – wie auf dem Foto – auf die Nebenseite im Skizzenbuch und nehme die Farbe mit dem Waterbrush auf. (Außerdem malen die Kids damit total gerne.)

8. Digitalkamera

In der Regel koloriere ich aber die Bilder dann im Atelier. Oder nehme dort noch Korrekturen vor. Auch wird man ja manchmal beim Zeichnen unterbrochen usw. Deshalb mache ich meist sehr bald mit einer Digitalkamera oder dem iPhone ein Referenzfoto. Man weiß ja nie.

Jetzt aber raus

Das wäre erst einmal das wesentliche Equipment für urbanes Sketchen im speziellen und zum unterwegs Skizzieren und Zeichnen im Allgemeinen.

Das wichtigste ist und bleibt natürlich, raus zu gehen und es einfach zu tun. Wenn es gar nicht anders geht, klau‘ der Bedienung den Kugelschreiber und kritzel die Speisekarte eines Straßencafés voll. Hauptsache Kunst.

Wenn Du Fragen oder Anregungen hast, schreib‘ die hier in die Kommentare oder nehm‘ Kontakt mit mir auf.

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