Paul Madonna vom

Paul Madonna

Paul Madonna

Ich wage es, mich festzulegen: Der Künstler Paul Madonna aus San Francisco ist meine Entdeckung des Jahres.

Schon seit längerem beschäftige ich mich mit dem Thema „Urban Sketching“ und dachte genau daran, als ich die Bilder von Paul Madonna zum ersten Mal entdeckte. Dass das Urban Sketching in großartig ist. Weg von den Hobby-Sketchern bzw. den Danny-Gregory-Kopisten, hin zu einem professionelleren Ansatz. Mein erster Eindruck jedoch trügte. Paul Madonna war mehr als nur jemand, der durch die Welt wandert und die Bilder, die ihm begegnen in Zeichnungen festhält. Paul Madonna fügt dem Ganzen etwas hinzu: Bedeutung.

Vielleicht rührte mein Irrtum daher, dass die ersten Bilder auf dem Bildschirm betrachtete und dieso noch recht klein waren und ich so ein wesentliches Detail übersah. Vielleicht lag es auch daran, dass ich mal wieder gefangen in der Eile des Prokrastinierens war. Erst, als ich mir an einem Sonntagmorgen die Zeit nahm und mich mit der iPad-App beschäftigte, die als flankierende Marketing-Maßnahme zur aktuellen Madonna-Veröffentlichung „Everything is it’s own reward“ kostenlos im App-Store herunterzuladen ist, erst in diesem Moment entdeckte ich die kleinen und zumeist kurzen Texte, die mit den Zeichnungen einhergehen. Hier eines meiner liebsten Beispiele:

Zu allererst fällt auf, dass es Madonna wunderbar gelingt, die Lichtstimmung des Moments zu erfassen. Dazu benutzt er lediglich Tusche mit Feder oder Pinsel aufgetragen. Paul Madonna hat alles, was er zum Zeichnen benötigt immer bei sich im Rucksack. Damit umgeht er nach eigener Aussage der Möglichkeit, sich herauszureden, wenn er einmal nicht zeichnet. Niemals gibt es eine Ausrede. Jeder Moment ist der richtige.

Erst auf den zweiten Blick findet man den Text unten im Bild, der aus dem „Urban Sketch“ eine Geschichte macht. So betrachtet Madonna sich selbst als Comic-Zeichner. Ich würde das ganze noch ein wenig anders einsortieren, aber dazu bald mehr.

Etwas deutlicher wird das in seiner Serie „All over Coffee“, die Sonntags im San Francisco Chronicle erscheint und die wohl sein Durchbruch war.

Hier zwei weitere Beispiele:

 

 

Was auch auffällt, wenn man sich mehr als nur dieses Bild anschaut ist, dass Madonna gänzlich auf Menschen verzichtet. Es sind immer nur Landschaften – zumeist urbane – die seine kurzen Geschichten tragen müssen. Dazu finden wir folgende Aussage in einem Artikel auf SFGate.com:

„We never see the main characters, Maurice and Sarah, whose oddly disembodied thoughts and utterances are inspired, according to the artist, by the novelist Margaret Atwood and the songwriter Elvis Costello. Instead, we see the dreamy San Francisco they gaze at from cafe windows and on their seemingly aimless wanders: winding neighborhood blocks, power lines over alley rooftops, gathering clouds.“

Mal sind das nur Einsätzer, mal ganze Texte. Mal fragt man sich, ob sie fiktiv sind, andermal ist ganz klar, dass Madonna hier biografisches von sich gibt. Dabei geht es Paul Madonna immer darum, der Welt etwas schönes hinzuzufügen. So sagt er im Rahmen einer Lesung aus seinem Buch:

„Wenn Härte, wenn Schwierigkeiten ein fester Bestandteil des Lebens sind, wenn das Dinge sind, die wir nicht ignorieren können und das wir ständig überwinden müssen. Dann muss ich etwas in mein Leben einbringen, ich muss versuchen die Welt zu einem schöneren Ort zu machen. Für mich, oder für andere. Denn, wenn ich die Schwierigkeiten nicht loswerden kann, kann ich genau so gut etwas zum Ganzen hinzufügen.“

Wunderbar.

Hier das Video, in dem er das Buch „Everything is it’s on Reward“ präsentiert:

YouTube Preview Image

Ich habe mir das Buch mittlerweile gekauft und es ist unfassbar toll. Auf der Amazon-Seite gibt es dazu noch ein Durchblätter-Video.

Viel mehr gibt es nicht zu sagen. Nur, dass es schon großartig war, sich Madonnas Bilder auf dem Monitor oder iPad anzusehen. Aber erst das Buch macht das Erleben komplett. Und für nicht einmal 20 Euro bekommt man ein wirklich tolles, großes und dickes Buch, in dem man immer wieder gerne blättert und die Poesie von San Francisco und Paul Madonna einatmet.

Weiter geht es hier:

Ich denke, Künstler wie Paul Madonna sollten unterstützt werden, auch oder vor allem, weil Sie uns nicht unwesentliche Teile im Web präsentieren. Ihr könnt das unter anderem tun, in dem Ihr unterm Artikel auf „Gefällt mir“ klickt und damit diesen Artikel über Paul Madonna an Eure Freunde weiterempfehlt. Natürlich könnt Ihr seine Website besuchen und ihm frohe Glücksstrahlen schicken.

Oder kauft das Buch. Das ist so super.

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