Her hair reminds me of a warm safe place
Um wirklich zu spüren, wie sehr einem die Lebensreise in den Seelenknochen steckt, sollte man es einmal wagen, durch die Zeit hindurchzugreifen und seinem jungen Selbst gegenübertreten. Ob das geht und was das bedeuten würde, dass ist so ein Gedankenspiel, das mich umtreibt. Antworten blieb ich mir bislang jedoch schuldig.
Dann, kürzlich, traf ich eine Liebe aus den ganz alten Tagen. Und wir setzen uns hin und redeten und ich sah sie an und da packte mich die Zeit an den Schultern und riss mich mit Wucht zurück dorthin wo „heute“ begann:
Where as a
child I'd hide
Es ist ein Sommertag. Ich sitze auf den Stufen vor dem Eingang unserer Schule. Habe ein Tuch als Stirnband um den Kopf gebunden. Trage irgendein zerknittertes T-Shirt. Ich denke, fast bin ich mir sicher, dass ich eigentlich in irgendeinem muffigen Klassenraum sitzen sollte. Will das aber nicht. Ich bin 18. Ich habe nichts vor. Mir. Hinter mir auch nicht. Dieser Augenblick ist ein zentraler Moment, so klein er auch ist. Er ist gerade aufgrund seiner Bedeutungslosigkeit aus der heutigen Bedeutungsschwere, die wir in jeden Moment zu quetschen versuchen, zu wertvoll. Ist er doch ein Wendepunkt, ein punktsymmetrischer Augenblick, an dem sich Erfahrenes mit Zukünftigem spiegeln wird. Dort und dann weiß ich das natürlich nicht. Ich bin einfach da und schaue in die Sonne. Dann kommt mein Klassenkamerad Marc von hinten durch die schweren Türen aus der Schule, drückt mir eine Audio-Kassette in die Hand und sagt, ich solle endlich mal was ordentliches hören. Die stecke ich in meinen Sony-Walkmann, drücke auf Play und die Zeit hat eine Hymne.
Sechs Monate drauf werde ich mich das erste Mal ernsthaft verlieben. Sie wird mir das Herz brechen. Ich werde sie nie vergessen.
Richtiger geht's nicht.
And pray for the thunder and the rain to quietly pass me by.
Dieser Beitrag ist im Rahmen des Projektes „Bühne frei“ entstanden und mein erster „Unique Designed Article“. Mehr Infos dazu im Artikel „Bühne frei“. Hier Links auf die Beiträge von Christian Mücke, Oliver Wagner, Nico Brünjes, Joël Adami, Benjam Birkenharke und Maurice.