Warum „Star Wars Episode I“ kein „Star Wars“-Film ist
Meine Geschichte der Wahrnehmung von „Star Wars Episode I“ lässt sich in folgende Phasen einteilen:
- Juchuuuuhhh! (Ankünding)
- Boah! Boah! Boah! (Trailer)
- Ach! Ignorantes Pack! (Erste Verrisse aus den USA)
- Jetzt aber! Jetzt aber! (Kauf des Tickets)
- Demütige Stille (Der Film fängt an)
- Verwirrung (Der Film ist zuende)
- Gleichgültigkeit (Die letzten 10 Jahre)
Seit ich nun gestern die 70 minütige „Phantom Menace“-Kritik von RedLetterMedia (aufgeteilt in 7 Youtube-Videos) gesehen habe, kommt nun hinzu:
- Verachtung der Person George Lucas, der Star Wars zuerst erfunden und dann vernichtet hat.
Denn auch wenn RedLetterMedia natürlich an manchen Stellen zu genau hinschaut und kleinkariert wird, so haben sie doch mit den meisten Argumenten Recht: Phantom Menace ist ein durch und durch dummer Film voller Logik-Fehler. Wirklich abscheulich wird es dann meist, wenn sie im Hinblick auf Charaktere und Story den direkten Vergleich mit der klassischen Trilogie wagen. Da möchte man schreien „Reboot! Reboot! Macht’s wie bei Star Trek! Reboot!” Es ist einfach nicht zu glauben, dass für beide Trilogien das gleiche Hirn verantwortlich ist. Irgendwie ist das nur mit Alters-Starsinn zu erklären. Man beachte dazu denn hinteren Teil des Reviews, wo auf das Verhalten der Mitarbeiter gegenüber George Lucas eingegangen wird.
Ich kann jedem Star Wars-Fan wirklich nur empfehlen, sich diese 70 Minuten Zeit zu nehmen. Auch, weil ich niemals eine mit soviel Liebe gemachte und damit kurzweilige Filmkritik gesehen habe – ich sage nur „Toys in the Basement“. Außerdem erfahren wir, warum Qui Gon mit Nachnamen Gin heißt und weshalb er die „Dunkle Bedrohung“ für Star Wars ist.
(Wundervoll Konsequent ist es, dass sie die Figur Jar Jar zudem mit nahezu totaler Ignoranz bestrafen.)
Viel „Spaß”. Möge die Macht mit uns sein und George Lucas auf Dagobah verrotten!
Hier Teil 1. Links auf die folgenden Teile findet Ihr dann dort oder hier: 2, 3, 4, 5, 6, 7
P.S. Laut Fünf Filmfreunde (wo ich dieses Video gefunden habe) ist die Kritik für Episode II bereits in Arbeit. Kann nicht warten.
Beitrag vom
Einsortiert unter Medien Technologie und Ohne Abstract und Film, Kritik, Link, Star Wars, Video
[...] weitere Teile: 2, 3, 4, 5, 6, 7. [via] [...]
ben_
Ach verdammt. Ich wollte Dich doch noch bekehren. Der Old Wars vs New Wars Artikel liegt immer noch auf Halde. Welches Thema eignet sich besser für eine individuelle Artikelgestaltung. Ich hab sogar selber [sic!] Photos gemacht! Kommt bald. Hoffentlich.
Zur Sache: Das sehe ich ja nicht so. Episode 1 auseinandernehmen ist leichter als einem kleinen Kind den Lolli wegzunehmen. Das kann jeder Abiturient. Darin liegt weder eine Leistung noch eine wissenswerte Erkenntnis. Und wenn Du mir eine Woche Urlaub schenkst, mache ich Dir das selbe 70 Minutenvideo für Episode IV.
Ich wundere mich ernsthaft, wie man sich das anschauen kann und weiterhin die alte Trilogie mögen, denn der Impetus, der von diesem Verriss ausgeht ist der der analytischen Kritik. Star Wars – egal welchen Teil des Universum – einer solchen Kritik zu unterziehen ist ein absurdes Vorhaben, weil Star Wars kein zweckrationales Gebilde ist und auch keine große Kunst. Die Begeisterung dafür ist ebenso unvernünftig wie Star Wars selber.
Episode I kann imho zwei unterschiedliche Dinge in den Menschen auslösen. Entweder es zeigt Dir jene unvoreingenommene, kindliche Begeisterung wieder, die Du einmal hattest, oder es es richtet Deinen Blick auf die Stelle in Dir, an der diese Begeisterungsfähigkeit mal war. Letzteres tut so weh, dass man dann halt 70 minütige Videoverrisse macht, um sich zu rächen. Ich weiß, das ist kein nettes Argument, aber so what … nett ist Herr RedLetterMedia ja auch nicht gewesen.
Mischa
Har har, eins null für ben_
Markus Freise
Warum?
Markus Freise
An alle, die sich die Kritik angesehen haben: Genau der Unterschied zur klassischen Trilogie macht doch deutlich, wie dumm Episode I ist und wie fahrlässig mit der Chance umgegangen wurde. In Episode IV-VI erkannte man noch den Willen eine Geschichte zu erzählen, die von Charakteren getragen wird. Sicherlich auch eine sehr einfache (Einfacher Bauernjunge befreit Prinzessin aus den Händen der bösen und rettet den Tag.) Episode I hat das alles nicht mehr. Hier ging es in vielerlei Hinsicht nur noch darum, das zu machen, was geht. Man muss sich doch nur mal das aktuelle Star Wars-Erbe ansehen. Es sind noch immer die immer gleichen Charaktere, die für Star Wars stehen: Vader, Solo, Chewbacca etc. Die gleichen Orte. Die gleichen „Raumschiffe“. Von der neuen Trilogie hat es hingegen nichts in die Herzen der Kinder von damals (1999-2003) geschafft. Nichts davon taucht in der aktuellen Pop-Kultur auf. Allein das genügt als Hinweis, dass die Chance, Star Wars „weiter“ zu erzählen fahrlässig vertan wurde. Sowohl aus kultureller als auch wirtschafttlicher Sicht.
Mischa
Hm, ich weiß aber nicht, ob eine gute neue Trilogie diesen Einmarsch in die Kinderherzen geschafft hätte. Die Generation war schon längst auf Franchises wie Pokemon etc. gepolt, und Harry Potter überstrahlte einfach alles.
Wir müssen uns vermutlich damit abfinden lassen, dass das was Star Wars für unsere (ja, auch meine) Generation war für die heutige Twilight etc. ist.
Markus Freise
Dann hätten sie ja eine Trilogie für uns machen können. Ich bin mir aber sicher: Hätte Lucas sich getraut, was eigenes zu machen und nicht darauf geachtet, dass alles mit CGI vollgemüllt wird und zudem möglichst viele Parallelen zur alten Trilogie (C3PO, R2D2, Chewbacca – die alle reingepopelt wirken) und Star Wars einfach als Setting verstanden gewusst hätte, wäre vielleicht was draus geworden. So ist es ein stinkenfauler Kompromiss. Schade. Ey! Ich meine, es ist KRIEG. Da haben Hanswürste mit blauen Kugeln, Slapstick und kleine Kinder in Raumschiffen, die aus Versehen den falschen Knopf drücken nichts verloren. Krieg ist für Krieger. Scheiße. Lucas ist einfach kein Geschichtenerzähler. Vielleicht ein Visionär. Aber er hätte jemand anderes auf den Regiestuhl und ans Drehbuch lassen sollen.
Mischa
Peter Jackson!!!